:. James MacBryans Tagebuch
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Pferderennen, Katharina, Festung

Ich hatte mich vor langer Zeit beim Pferderennen angemeldet und auch wenn die Zeiten etwas kompliziert sind, so wollte ich doch teilnehmen. Donnerstag war das freie Training und Schnucki und ich schlugen uns nicht schlecht, wir waren sogar Platz 1. Ich freue mich ja, aber ein Training was gut ist bedeutet für die Premiere nie großartiges. Am Samstag war dann das richtige, erste Rennen. Was soll ich sagen? Es war eine gemütliche Reise, zu gemütlich. Schnucki hatte keinen Elan und die Landschaft war sehr interessant. Insgesamt sind wir nur auf Platz 6. gelandet. Nun, aber es hat dennoch Spaß gemacht und man lernt Menschen kennen.

Menschen.. am Samstag war auch eine in schwarz geschleierte Frau auf der Tribüne. Sie überreichte mir einen schwarzes Spitzentuch und viel zu spät erkannte ich den Duft und die Person. Es war Katharina.

Nach dem Rennen wollte ich zu ihr, aber sie floh. Vor mir, ihren Mann floh sie! Ich ritt ihr hinterher, es dauerte bis wir aus der Menschenmenge heraus waren, aber irgendwann preschte sie über den Weg und ich mit Schnucki hinterher. Ein Ast kam auf sie zu, sie übersah ihn und knallte mit dem Kopf dagegen. Mir blieb das Herz stehen als ich sie fallen sah. Sie blieb regungslos auf dem Boden liegen und ich stopte sofort und kniete mich neben sie. Sie hatte eine Platzwunde an der Stirn, aber atmete. Gott, war ich froh zu sehen wie sie atmet! Ich schickte Schnucki zurück und sie kam bald, mit Götz. Ich war froh jemand Fachkundigen zu sehen. Ich habe keine Ahnung, aber ich lies meine Frau nicht los. Ich hatte solche Angst um sie und mir jetzt noch kalt wenn ich nur daran denke, was passieren hätte können. Und passiert ist auch etwas.

Als sie erwachte konnte sie sich an nichts erinnern. Weder an Götz noch an mich. Ihre letzte Erinnerung war die wie sie nach Solan kam, was gut und gerne vier Monate her war. Ich musste arg schlucken. Ich brachte es nicht fertig ihr zu erklären, dass ich ihr Mann war, ich konnte es einfach nicht. Ich musste sie wie eine Fremde behandeln und hätte sie nur zu gerne in meine Arme gezogen. Wir ritten zurück nach Nordika, sie auf dem Pferd vor mir. Ich roch die ganze Zeit den Duft ihrer Haare und mein Herz war mir schwer. Aye, vielleicht liebte ich sie nicht so wie ich es sollte, aber sie ist mir wichtig und das sehr. Sie ist der wichtigste Mensch in meiner Umgebung, bedeutet das nichts? 

Götz bat mich auf der Festung zu bleiben. Ich war wenig begeistert, aber nickte. Ich würde Katharina nicht im Stich lassen, und würde sie sich nie erinnern. Ich werde bei ihr bleiben außer sie wünscht es anders. Den ich bin ihr Mann und werde bei meiner Frau bleiben und über sie wachen, so gut ich eben kann. Sie umsorgen und sie glücklich machen, so sie es zulässt. Abends kam Falk zu mir und wir gingen in das Kaminzimmer, tranken und unterhielten uns. Oder vielmehr, er redete und ich hörte ihm zu. Ich weiß nicht ganz. Ich mag Falk, er ist ganz nett. Aber ich kann nicht mit ihm reden, nicht über Katharina. Bei jedem anderen Thema würden wir uns sicher sehr gut verstehen, aber bei diesem nicht. Er kennt Katharina, in sovielen Dingen und schon so lange und ich fühl mich so ahnungslos. Als ein Trottel und dummer Narr und wenn er mir über sie berichtet, dann irgendwie erst recht. Ich muss zugeben, mein Alkoholpegel stieg und stieg. Und er überreichte mir einen Brief von ihr den sie in der Absicht schrieb, dass ich ihn nie erhalten würde. Es war schmerzlich es zu lesen und so oft wollte ich sie nur in meine Arme schließen, sie beruhigend kraulen und ihr sagen, dass alles gut wird, irgendwie. Und irgendwann. Ich glaube sie wollte sich das Leben nehmen und das schmerzt mich zutiefst. Ich war kein guter Mann wie mir scheint. Sie wollte das ich glücklich werde, ohne sie. Das kann ich nicht. Wenn die Ehe auch unter merkwürdigen Bedingungen geschloßen wurde, ich brauche sie um glücklich zu werden. Niemand anderes, nur sie. Ich sehe mich ja selbst im Spiegel, sah mich die letzten Tage und ich bin kaum lebensfähig ohne sie. Ich verkomme und kann nicht schlafen, habe auch kein Interesse an Scherzen. Ich brauche sie. Ich muss in ihre Augen sehen damit ich lachen kann. Und ich glaube... Ja, ich glaube wirklich das man dies auf eine komische Art und Weise Liebe nennt.

Irgendwann kam sie noch in das Kaminzimmer und Falk ging. Wir unterhielten uns etwas und es fällt mir schwer, es fiel mir schwer ihr nicht sagen zu können das ich ihr Mann bin. Ich trug sie ins Bett und wäre gerne geblieben. Aber ich weiß, dass das nicht ging und wie hätte ich das erklären können? Ich lies sie allein und ging zurück. Nahm mir eine Flasche Whisky und verlies die Festung. Ich konnte einfach nicht da bleiben. Ich ritt mit Schnucki durch die Nacht und fand keinen Schlaf. Ich habe einen ziemlichen Kater, muss ich gestehen. Irgendwann am Morgen kam ich zurück hierher, machte mich wenigstens äußerlich frisch.

Und wo sah ich sie? In der Küche, einen Apfelkuchen backend. Meinen Lieblingskuchen. War das Übertragung? Hatte sie das gewußt? Ich weiß es nicht. Wir hatten unseren Spaß. Wir haben Apfelkernweitspucken gemacht und sie ist so augelassen. Sie strahlt und lächelt und nichts scheint ihr schwer zu fallen. Ganz anders als wie ich sie kannte. Ihr Lächeln ist sanft und ihr Blick so.. liebevoll.

Wir machten noch ein Spiel. Dazu gehörte eine Flasche Wein und jede Menge Fragen. Es kam raus das sie wußte das ich mich verstellt habe. Sie hat ihr Tagebuch gelesen, daran hätte ich denken können. Ich war ja noch nicht einmal nüchtern, da ging das Saufen weiter. Sie weiß das ich ihr Mann bin und ich habe ein Keifen und Schreien erwartet, aber sie drückte mich an die Wand (gut, ich habe ziemlich getorkelt und bin fast umgekippt) und lächelte. Ich, nein, das habe ich nicht erwartet und ich konnte nicht anders, als sie in meine Arme zu schließen. Aber ich musste sie loslassen, weil es sich falsch anfühlte. Ich bin so hinüber und sie war so lieb. Sie war nicht böse, sie hat sich gesorgt. Und sie hat mich ins Bett gebracht und ich konnte endlich meinen Rausch ausschlafen. Jetzt sitze ich hier auf dem Bett und schreibe in mein Tagebuch.

Mit dieser Frau wird mir nicht langweilig und ich hoffe wirklich das sie ihre Erinnerungen wieder erlangt. Wir hatten nicht nur schlechte Zeiten, wir haben auch schöne Momente erlebt. Ich werde ihr helfen so gut ich kann, ich will es wirklich. Und wenn sie sich erinnern wird so werde ich immernoch da sein. Ich weiß nicht, was genau ich hoffen soll. Vielleicht das sie mich nicht hasst. Vielleicht das sie mich liebt. Ich hoffe sie schickt mich nicht fort. Es wird Frühling. Ich bin hier und werde auf sie warten. Und ich werde mein bestes geben, damit wir diesmal einen besseren Start haben werden. Ich bin kein Romantiker, aber vielleicht kann ich ihr doch irgendwie Freude bereiten. Ich will das sie lächelt und das sie unbeschwert durch ihr Leben geht. Ich möchte an ihrer Seite sein und sie jederzeit neben mir führen.

Hoffentlich wird alles gut, denn das wünsche ich mir. Und ich glaube.. Ich glaube, ich liebe Katharina wirklich.

 

2.3.09 21:38
 
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